SozBlog

Blog der Deutschen Gesellschaft für Soziologie (DGS)

Kategorie: Soziologie

  • „Man darf sich nie von seinem Gegner den Grad der Radikalität des eigenen Denkens und Handelns vorschreiben lassen“. Hans Paul Bahrdt und die „68er“-Bewegung. Ein Gespräch mit Wolfgang Eßbach (Teil 2)

    Römer: Für einen phänomenologisch orientierten Soziologen wie Bahrdt stand immer die Frage nach alltäglichen Handlungsvollzügen und sozialen Praktiken im Mittelpunkt. Insofern ist es naheliegend, hier genauer nach den konkreten Veränderungen im Alltag des Göttinger Soziologischen Seminars zu fragen, die sich in der Zuspitzung der Studentenbewegung ergaben. Es ist ja gemeinhin bekannt, dass sogar linke Hochschullehrer…

  • „Man darf sich nie von seinem Gegner den Grad der Radikalität des eigenen Denkens und Handelns vorschreiben lassen“. Hans Paul Bahrdt und die „68er“-Bewegung. Ein Gespräch mit Wolfgang Eßbach (Teil 1)

    Römer: Lieber Herr Eßbach, im Rahmen des 39. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Soziologie (DGS) werden Sie über den Kriegsheimkehrer und Soziologen Hans Paul Bahrdt reden und Bahrdts Weg zur Soziologie in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg skizzieren. Bereits im Wintersemester 2015/16 haben Sie einen autobiographisch orientierten Vortrag über Ihre Zeit in Göttingen von…

  • Was haben Soziologie und DDR-Philosophie miteinander zu tun? Einige projektive Überlegungen aus Anlass der Eröffnung des 39. DGS-Kongresses in Göttingen

    Als der Ost-Berliner Philosoph Peter Ruben Anfang der 1980er Jahre zunächst unter Revisionismus-Verdacht und schließlich in ein SED-Parteiausschlussverfahren gerät, wendet er sich mit einem Artikel an die Deutsche Zeitschrift für Philosophie, der den Titel „Das Arbeitskonzept und die materialistische Dialektik. Bemerkungen zu einem Meinungsstreit“ trägt. Diese Verteidigung gegen die Vorwürfe seiner wissenschaftlichen Gegner sollte vor…

  • Wir und die anderen. Der DGS-Kongress 2018 beginnt.

    It’s this time of the year again: Morgen beginnt an der Universität Göttingen der Kongress der Deutschen Gesellschaft für Soziologie. Irgendwo zwischen Sektionen, Festvorträgen, Mitgliederversammlung und Kongress-Party ist die Tagung ein jahrgangsübergreifendes Wiedersehen und Kennenlernen mit jungen und alten Soziolog*innen. Die Anmeldungen gehen in den vierstelligen Bereich, die Göttinger Hotelindustrie hat eine gute Zeit und…

  • Bodies and Names that (don’t) matter

    Ich bin wieder in Deutschland, im heißen München. Zwischen den sehr vielen Vorträgen, den zahlreichen „business meetings“, den verschiedensten Gesprächen mit Kolleg_innen aus aller Welt und der ein oder anderen sightseeing tour, war schlicht keine Zeit für mehr Berichte auf dem Blog. So sad.

  • Gewalt, (Un)Gleichheit, Gesellschaft – keepin‘ it real

    Das Oberthema des ISA-Kongresses in Toronto lautet „Power, Violence and Justice: Reflections, Responses and Responsibilities“.  Und tatsächlich habe ich in den letzten Tagen zahlreiche Veranstaltungen besucht, mehr oder weniger bewusst aus den Dutzenden Möglichkeiten pro slot gewählt, die sich ausdrücklich insbesondere mit Macht und Gewalt befassten.

  • Völkerschau – Ambivalenz aushalten

    Kanada stelle sich gern tolerant, multikulturell differenzversiert, freundlich dar. Aber, diese Selbstdarstellung sei nicht ganz akkurat. Mit dieser Feststellung stieg die Präsidentin der Canadian Sociological Association, Myrna Dawson, in ihre Einführungsrede ein. Auch Leid, Gewalt, Entrechtung gehörten zu Canada. Sichtbar darum bemüht, sich nicht allzu selbstgerecht als den guten gutmütigen Nachbarn der bösen kleingeistigen USA…

  • DGS goes ISA

    vom 15.-22. Juli 2018 bin ich, Paula-Irene Villa, für die DGS – und, na klar, aus Fachinteresse sowie mit zwei eigenen Vorträgen – beim ISA Welt-Kongress der Soziologie in Toronto. http://isa toronto 2018 call for papers Über meine Eindrücke werde ich hier berichten.

  • Vom Einander-Verstehen und der Besetzung von Begriffen

    Es geht stark auf Weihnachten zu, da wird es Zeit über gegenseitiges Verstehen nachzudenken (das sollte ja eine Kernkompetenz jedes Soziologen sein). Also: Verstehen wir einander noch? Zunächst: Wie komme ich auf diese Frage? Liest man die bisherigen Papiere aus dem Akademie-Gründungsprozess, dann fallen immer wieder Begriffe auf, die dort einerseits zentral zu sein scheinen,…

  • Organisation und Repräsentation

    Die Tatsache, dass die Initiatorinnen der Akademie dieser das Wort „Soziologie“ beigesellen, hat für viel Verdruss gesorgt, selbst bei wohlmeinenden Kollegen, die den umgekehrten Verdruss der Akademie-Gründerinnen über die aktuelle Verfassung der DGS und ihrer Gremien in größeren Teilen nachvollziehen konnten, aber sich und ihre Art Soziologie zu treiben in der Akademie nicht wiederfinden. Hätte…

  • Soziologie und Politik: Geht da was?

      Rund um die Akademie-Gründung wurde immer wieder einmal mit negativen Konnotationen auf Phänomene der Politisierung der Soziologie verwiesen und dabei gelegentlich mit dem Finger auf den DGS-Vorstand gezeigt. Hier muss aber sorgsam differenziert werden, welche Dimension des Politischen gemeint ist, denn sie sind unterschiedlich zu bewerten: Der Anspruch der Soziologie, kritische Wegbegleiterin von Gesellschaft(en)…

  • Big Data, Big Misunderstanding?

    Andreas Diekmann hat in einem Artikel in der Süddeutschen Zeitung [1] kurz vor dem letzten Soziologiekongress die provokante These aufgestellt, die Soziologie müsse sich ganz neu erfinden. Nanu, möchte man sagen, hundertzwanzig Jahre Soziologie einfach in die Tonne treten und neu starten? Was steckt dahinter? Als wichtigstes Argument führt Diekmann die technologische Entwicklung an, die…

  • Was für eine Wissenschaft soll die Soziologie sein?

    Die sogenannte „Akademie für Soziologie“ verpflichtet sich der Gesellschaft gegenüber vor allem darauf, eine bestimmte Leistung zu erbringen: Sie will dem steigenden Bedarf nach „verlässlichen Informationen sowie praktischen Handlungsempfehlungen“ [1] nachkommen. Und sie will das unter „Anwendung kontrollierter wissenschaftlicher Methoden“, basierend auf „klar und präzise formulierten Theorien“ und unter Einsatz von „Replikationen“ erreichen. Doch soll…

  • Mit einem Auge ist man halb blind: Von Einheit und Uneinigkeit der Soziologie

    Prolog Ich habe ein durchaus emphatisches Verhältnis zu meinem Fach, der Soziologie. Meines Erachtens ist sie –  neben der Sozialanthropologie – die Grundlagenwissenschaft für alle mit Sozialität oder Gesellschaftlichkeit verbundenen Fragen und informiert damit auch viele unserer Nachbarfächer, wie Politologie, Erziehungswissenschaft oder empirische Kulturwissenschaft. Zugleich liefert sie differenzierte und reflektierte Diagnosen der Gegenwartsgesellschaften und ihrer…

  • Von der Erschöpfung zur Erneuerung utopischer Energien?

    Jürgen Habermas sprach in den frühen 1980er Jahren von einer „Erschöpfung der utopischen Energien“, die mit der „Krise des Sozialstaates“ einherginge. Seither wurden viele sozialstaatliche Errungenschaften demontiert. Die von konservativen Regierungen unter Reagan, Thatcher und Kohl begonnenen neoliberalen „Strukturanpassungen“ wurden in unterschiedlicher Akzentuierung indes auch unter Clinton, Blair und Schröder fortgeführt. Statt zum Ausbau der…

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