Jasmin Siri
-
Time’s up!
Wie schnell diese zwei Monate vergangen sind. Ich bin ein wenig traurig, werde die Kommentare und Mails vermissen. Während andere Texte über ein Jahr im Reviewprozess hängen, wird hier binnen Stunden geantwortet. Dieses direkte Feedback ist so scary wie aufregend wie erleichternd. Ich habe viele Eindrücke gewonnen, Menschen und Avatare kennengelernt (wer ist wohl Meta…
-
Der zweite Eindruck: Soziale Ungleichheit und die Diskursforschung
Nach einer Mittagsvorlesung über die Entwicklung der Einkommensverteilung in den USA fand eben der Workshop „‚Überflüssige‘, ‚Prekariat‘, ‚Hartzer’… Zum Zusammenhang von sozialer Ungleichheit(-soziologie) und Diskurs(-forschung)“ statt. In vier Vorträgen loteten die Vortragenden an unterschiedlichen Empirien aus, inwiefern sich die Diskursforschung eignet, die Konstruktion von Ungleichheit in den Blick zu nehmen und welche Rolle die Soziologie…
-
Der Ausschluss ist Alltag
In den folgenden Beiträgen will ich versuchen, eine soziologische Annäherung an das Phänomen des rechtsterroristischen „Nationalsozialistischen Untergrund“ zu leisten. Dabei soll es weniger um die Terroristinnen und Terroristen und ihre konkreten Verbrechen gehen als darum, wie die Straftaten medial und politisch thematisiert wurden.
-
Sense and Sensibility #2 Vom Leiden profitieren?
Wie und wann profitiere ich als Autorin vom Leiden anderer? Wie kann ich der Position von Opfern in meinen Publikationen einen Raum geben? Wie verträgt sich das mit der kühlen soziologischen Beobachtung?
-
Sense and Sensibility #1 Der Grundsatz der Anonymität unter digitalen Bedingungen
In diesem und dem nächsten Beitrag will ich zwei forschungsethische Probleme behandeln, die für meine aktuellen soziologischen Arbeit eine Rolle spielen. Ich habe (leider) keine Lösungen, sondern nur sehr viele Fragen anzubieten, die aber sicher nicht nur mich betreffen. In der Hoffnung darauf, dass Reflexion an und für sich einen Wert hat, soll es heute…
-
Für mehr #Soziologie auf Twitter #1
Es ist nicht zu übersehen, dass die etablierte deutschsprachige Soziologie sich der Nutzung digitaler Medien weithin enthält. Ein Beispiel hierfür: die wenigen #Soziologie-Posts im Microblogging-Dienst Twitter. Twitter ist ein Medium, dass es ermöglicht, kurze Nachrichten von 140 Zeichen abzusetzen, mit Links und Hashtags (#-Zeichen) zu versehen. Der Hashtag #Soziologie ermöglicht es beispielsweise, alle Nachrichten, die…
-
Nerds, Nerdettes #4 Die Nerdette (und zerstreute Tatsachen)
Nachdem bisher vor allem der Nerd im Vordergrund meiner Überlegungen stand – auf die Gender-Dimension nicht nur dieser, sondern auch vieler anderer Sozialfiguren wies ich bereits in einem früheren Post hin – wird es heute um die Nerdette gehen. Ich werde heute kein geschlossenes Argument präsentieren, sondern dazu einladen, die Geschlechtsdimension der Nerdiness als weibliche* Seite…
-
Nerds, Nerdettes #3 Provokation und Ächtung des Nerd
Könnte es sein, dass die Abwehr gegen die Piratenpartei mehr mit deren Nerdiness als mit Sachpolitik und Programmatik zu tun hat? Die harsche und oft recht emotional begründete Ablehnung der für ihr junges Alter doch vergleichsweise braven Partei wunderte mich schon 2009, als etablierte politische und publizistische Akteure erstaunlich heftig gegen sie zu polemisieren begannen. Doch…
-
Nerds, Nerdettes #2 Die Anormalität des Nerd
Was bedeutet es, wenn Menschen von sich sagen: „Ich bin ein Nerd.“ Was bedeutet es, wenn Menschen über andere sagen: „Er/sie ist ein Nerd?“ Was bedeutet es, von „den Nerds“ im Plural zu sprechen? Mit dieser Frage will ich mich heute genauer auseinandersetzen.
-
Nerds, Nerdettes #1 Eine begriffliche Invasion?
Ist der Nerd eine Sozialfigur, die interessant genug ist, um mit ihr eine Reihe von Blogbeiträgen im SozBlog zu eröffnen? Ich denke schon. In dem schönen Buch „Sozialfiguren der Gegenwart“ von Stephan Moebius und Markus Schroer (2010) tummeln sich unter anderen der Berater, der Hacker, der Amokläufer, der Dillettant und der Bürger/Weltbürger. Wutbürger und Nerd…