Schlagwort: Technik
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Künftige Energie: Notizen zur Weltausstellung in Mittelasien
Energie ist entscheidend für Wohlstand auf einem endlichen Planeten. Wie dieser aussehen wird, hängt von einer Reihe wichtiger Fragen ab. Welche Arten von Energie stehen globalen Bedürfnissen zur Verfügung? Inwieweit können diese sicher genutzt werden? Wie können dabei Klimawandel und Umweltzerstörung vermieden oder gemindert werden? Wie werden Nutzen und Risiken verteilt? Angesichts solch dringender Fragen…
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Unternehmen, die es nicht geben dürfte (2): Die Privatmolkerei Bauer
Nicht nur der Erfolg der Firma Müller-Milch, auch der Erfolg der Privatmolkerei J. Bauer GmbH & Co. KG[1] lässt sich mit der neoklassischen Theorie nicht erklären – allerdings aus völlig anderen Gründen als bei Müller. Die Firma Bauer hat nämlich in den ersten hundert Jahren ihrer Firmengeschichte keine Werbung gemacht – sich also aus Perspektive…
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Qualitätskonventionen auf dem Milchmarkt
Ökonomische Konventionen sind nicht nur lokal unterschiedlich, sie unterscheiden sich auch innerhalb eines Marktes für bestimmte Marktsegmente – und sind damit ein wesentliches Mittel, um das sog. Koordinationsproblem (Beckert 2007) zu lösen: Aufgrund der Differenzierung der Produktionskette in Zulieferer, Produzenten, Handel und Konsumenten stellt sich die Frage, wie diese Komplexität gehandhabt und die Marktteilnehmer so…
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Wissen und Markt
Wissen ist heute ein bedeutender Wettbewerbsfaktor. Wissen bedeutet nicht nur „Wissensvorsprung“ (und die damit verbundenen Innovationen), sondern auch das Wissen darum, wie man die Differenzierung moderner Märkte handhabt. Insgesamt lässt sich im Ernährungsbereich im Bereich des Wissens eine Verschiebung der erforderlichen Wissensbestände weg vom Verbraucher hin zu „Experten“ insbesondere im Bereich der Produktion beobachten.
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Innovation und Wettbewerb
Eine Folge der Differenzierung auf modernen Massenmärkten ist die zunehmende Störanfälligkeit und Risikoproduktion. Eine zweite ist die ist die zunehmende Bedeutung von Wissen als Wettbewerbsfaktor. „Wissen“ kann dabei zunächst „Wissensvorsprung“ meinen, d.h. First-Mover, die als erste eine Produkt- oder Prozessinnovation umsetzen, haben gegenüber Nachzüglern einen Wettbewerbsvorteil. Wenn ein Hersteller Marktführer ist, weil sein Produkt bezüglich…
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Konsumgütermärkte als komplexe Interaktionsketten. Ein Zwischenfazit
Anfang März hatte ich mir das Ziel gesteckt, meine Zeit auf diesem Blog einerseits zu nutzen, um verschiedene Textformate auszuprobieren, andererseits in dieser Zeit (im Sinne der „Public Sociology“, die Soziologie als Krisenwissenschaft deutet, die Deutungsangebote bereitstellt) ein aktuelles Thema herauszugreifen und zu diskutieren. Da ich selbst mich sehr stark für Märkte interessiere, habe ich…
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Was ist eigentlich Geld? Die Rolle des Finanzmarktes auf anderen Märkten
Die Finanzkrisen der letzten Jahre waren fast immer und hauptsächlich Eines: Bankenkrisen. Und es wurde politisch argumentiert, die in die Krise geratenen Banken seien systemkritisch. In gewisser Hinsicht stimmt das auch: Damit Konsumgütermärkte funktionieren, sind sie auf die Leistungen von anderen Märkten angewiesen, mit denen sie verwoben sind. Besonders wichtig sind hierbei der Arbeitsmarkt, die…
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Die Interaktion von Mensch und Raum durch Raumproduktion, Raumwahrnehmung und Raumaneignung
Im Zeitverlauf wirken Menschen und (physischer) Raum wechselseitig aufeinander ein. So sehr der (physische) Raum für den Mensch einen Handlungsrahmen darstellt, das in der konkreten Interaktionssituation hinderlich oder förderlich wirken kann, so sehr ist der Raum selbst auch sozial konstruiert: Menschen haben unterschiedliche Vorstellungen von Raum, nutzen und (re-)produzieren ihn auf unterschiedliche Weise.
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Die soziale Konstruiertheit des Raumes und die derzeitigen Grenzen der Leistungsfähigkeit von Geoinformationssystemen
Dass ich gestern geschrieben habe, der physische Raum würde von der Soziologie unterschätzt, soll nicht heißen, dass ich die soziale Konstruktion des Räumlichen (Lefèbre 1974) leugne – im Gegenteil: Wie wichtig die menschliche Syntheseleistung (Löw 2001) ist, erkennt man, wenn man sich mit Geodäten über Geoinformationssysteme (GIS) und die darauf basierenden Kartendarstellungen (wie Google Maps,…
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Fabrikproduktion von Lebensmitteln (Differenzierung 2)
Wie sprechen in der Soziologie immer wieder von „Differenzierung“, aber was heißt das ganz genau? Wie ich gestern geschrieben habe, bedeutet dies im Bereich der Wirtschaft u.a., dass sich die Zahl der Arbeitsschritte pro Produktionsstufe immer mehr zunimmt, so dass der Produktionsprozess selbst heute extrem komplex geworden ist. Der Wandel der Produktionstechnik auf dem Joghurtmarkt…
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Konkurrenzvermeidung. Wettbewerbsstrategien von Unternehmen als Treiber der Marktentwicklung (Differenzierung 1)
Einmal etablierte kapitalistische Märkte haben eine immanente Tendenz zur Selbstzerstörung, bedingt durch eines ihrer Wesensmerkmale – den Wettbewerb (Baur 2001: 98-127). In Abgrenzung zum neoklassischen Modell betonen soziologische Markttheorien, dass Märkte dynamisch sind und diese Dynamiken räumlich variieren können. Gleichzeitig haben Märkte eine Tendenz zur Ausdehnung im Raum (Globalisierung bzw. Internationalisierung) und zur Differenzierung. Der…