Intersektionalität, Antisemitismus und der 7. Oktober

In feministischen Reaktionen auf die antisemitischen Massaker des 7. Oktober und den darauffolgenden Krieg in Gaza wird häufig ein intersektionales Grundverständnis bemüht, nach dem Feministinnen nicht die Augen vor anderen Unterdrückungsformen verschließen dürften. Auffällig ist dabei, dass der Antisemitismus weitgehend ausgeblendet wird, insbesondere jener der Hamas. Daraus und aus weitreichender Unkenntnis der Geschichte resultiert, dass im Rahmen zahlreicher Kontextualisierungen des 7. Oktober Israel als vorgeblicher Siedlerkolonialstaat delegitimiert und die antisemitisch-misogynen Taten der Hamas als Widerstandshandlung zumindest implizit legitimiert werden.[1] Meine Frage ist nun, was ein intersektional-feministischer Zugang braucht, um die Ereignisse des 7. Oktober angemessen in ihrer antisemitischen und misogynen Dimension zu analysieren und kritisieren.

Zunächst besteht das Problem, dass mit dem klassischen Intersektionalitätskonzept, das mit der Trias race – class – gender arbeitet, zwar Rassismus und Sexismus in gegenseitiger Verkopplung analysiert werden können, Antisemitismus mit diesem Konzept jedoch kaum erfasst werden kann. Grund dafür ist, dass er nicht so konkret auf die Diskriminierung und Ausbeutung einer bestimmten Gruppe durch eine andere rückführbar ist wie Rassismus oder Sexismus. Analytisch gilt es, grundlegende Unterschiede zwischen Antisemitismus und Rassismus zu berücksichtigen, um beide in Relation miteinander erkennen zu können. Während sich im Rassismus das kapitalistische Ausbeutungsverhältnis auf die Spitze getrieben manifestiert – er legitimiert die Überausbeutung rassifizierter Menschen jenseits bürgerlicher Arbeitsvertragsverhältnisse[2] –, geht es im Antisemitismus nicht um die Ausbeutung von Juden:Jüdinnen, sondern darum, sie für alle Übel des Kapitalismus und der Moderne verantwortlich zu machen. Der Antisemitismus projiziert das Unrecht der kapitalistischen Gesellschaft auf die Juden – sie stünden als Strippenzieher hinter der Ausbeutung (rassifizierter) Menschen und würden davon profitieren.

Dieser Mechanismus des modernen Antisemitismus wiederholt sich heute über den Umweg der pauschalisierenden „Israelkritik“, die dem Staat der Holocaustüberlebenden und ihrer Nachkommen das Existenzrecht abspricht. Israel wird dabei seitens der Nachkommen der Nazis ebenso wie seitens der Nachkommen ehemaliger Kolonialisten als Siedlerkolonialstaat, Apartheitsstaat und rassistisches Projekt delegitimiert. Ähnlich wie beim antisemitischen Slogan, dass Zionisten Nazis seien, hat auch die falsche Kolonialismus- und Apartheitsanschuldigung eine entlastende Funktion. Israel wird alle Schuld aufgebürdet, welche die ehemaligen Kolonialstaaten historisch auf sich geladen, jedoch nicht aufgearbeitet haben.

Die Verschwörungsideologie ist dem Antisemitismus so zentral, dass er im Grunde nicht ohne sie auskommt. Davon zeugt heute die Ideologie vom großen Austausch im identitären Milieu, nach der Juden bzw. Israel die Migrationsbewegungen vom Nahen Osten nach Europa steuern würden mit dem Ziel, die Kultur des Abendlandes zu zerstören. Solche Verschwörungsmythen sind Kernbestandteil des Antisemitismus, dem Rassismus hingegen sind sie völlig fremd.

Dieser fundamentale Unterschied ist auch ein Grund für die Leerstelle Antisemitismus im Intersektionalitätsparadigma. Intersektionalität erklärt, warum und wie Menschen in die gesellschaftliche Position der Minderwertigkeit gedrückt werden und welche Auswirkungen das auf ihre Lebenssituation und ihre Identität hat. Antisemit:innen aber sehen Jüdinnen:Juden nicht als minderwertig, sondern als übermächtig. Auch in intersektionalen Zusammenhängen werden Juden:Jüdinnen häufig nicht als sozial und ethnisch diverse, aber gleichwohl global verfolgte Minderheit mit special interests gesehen, sondern ausschließlich als Verterter:innen einer hegemonialen weißen westlichen Ordnung, welche den Globalen Süden unterdrückt. Der gegen Israel gerichtete Antisemitismus kann daher sogar als ein legitimer Aufschrei der Unterdrückten legitimiert werden. Eine solche ideologische Gemengelage tritt seit dem 7. Oktober insbesondere an westlichen Universitäten in den Vordergrund und bedroht die Sicherheit von Jüdinnen:Juden. Intersektionalität wird deshalb zunehmend als ein politischer Slogan zur Delegitimierung jüdischer/israelischer Identitäten gesehen.

Antisemitismus als intersektionale Ideologie

Dabei entpuppt sich der Antisemitismus bei näherer Betrachtung selbst als intersektionale Ideologie, indem er sich insbesondere mit sexistischen und homophoben Momenten vermischt. Für solche Analyse bedarf es einer veränderten Perspektive auf Intersektionalität – eine, die ich „Intersektionalität von Ideologien“ genannt habe.[3] Dabei folge ich der frühen Kritischen Theorie, insbesondere Theodor W. Adorno und Else Frenkel-Brunswik, die Ideologien als miteinander verbunden erkannt haben. In den Studien zur Authoritarian Personality[4], durchgeführt in den 1940er Jahren in den USA, wurde die von Black Feminists in den 1970er Jahren formulierte Idee des intersektionalen Ineinanderwirkens von Herrschafts- und Diskriminierungsmomenten[5] auf gewisse Weise vorweggenommen. Die Studien kamen zu dem Schluss, dass Ideologien nicht getrennt voneinander auftreten, sondern innerhalb des autoritär-antidemokratischen ideologischen Einstellungssyndroms aufeinander verwiesen sind. Dieser Erkenntnis folgend betrachte ich Ideologien als intersektional: Sie durchdringen und verstärken sich gegenseitig und reformulieren und reaktivieren sich in diesem Prozess beständig neu.[6] Der Antisemitismus erscheint insofern als intersektionale Masterideologie, als er ein ganzes Weltbild beinhaltet, das mit sexistischen, homophoben, nationalistischen oder auch postnationalistischen Momenten operiert und kapitalistische und koloniale Ausbeutung in den Juden personifiziert.

Das Ineinandergreifen von Antisemitismus und Sexismus lässt sich am Beispiel des Islamismus verdeutlichen. Wie im europäischen Antisemitismus stehen auch im Islamismus Jüdinnen:Juden und Zionist:innen für jene Transformationen der Moderne, die abgelehnt werden, weil sie traditionelle, religiös verwurzelte Lebensweisen auflösen.[7] Dazu gehören zentral die traditionellen Geschlechterverhältnisse, die durch Frauenemanzipation und das Streben nach individueller sexueller Selbstbestimmung im Kern erschüttert werden[8] – auch dafür wird der Zionismus verantwortlich gemacht. In der Islamischen Republik Iran bilden eliminatorischer Israelhass und die Geschlechterapartheid, ausgedrückt etwa im Kopftuchzwang, den Kern der Ideologie. Es ist ebenso wenig vorstellbar, dass das Mullahregime das Existenzrecht Israels anerkennt, wie dass es den Kopftuchzwang aufgibt.[9]

Auch die Hamas betont in den Artikeln 17 und 18 ihrer Charta die Bedeutung islamischer Geschlechterverhältnisse für den Jihad und sieht im Zionismus eine zersetzende Kraft. Er würde muslimische Frauen durch Geld und Medien, durch Informationskampagnen, Filme und Lehrpläne manipulieren und vom Islam abbringen. Daher müssten zionistische Organisationen, d.h. Israel, als Feinde des Islam vernichtet und die Sexualität von Frauen und ihre Lebensbereiche strikt kontrolliert werden.[10]

In der Ideologie der Hamas hängt die Rettung der Welt von der Auslöschung Israels und vom sexistisch-homophoben Sexualitäts- und Geschlechterregime ab. Das manifestiert sich in den Vergewaltigungen der Hamas als Ausdruck eines dreifachen Hasses: auf die Jüdinnen:Juden, auf Israel und auf Frauen.

Die Verschmelzung von Sexualität, rigiden Männlichkeitskulten und nihilistischer Todesverehrung ist ein zentrales ideologisches Muster in Sexismus, Antifeminismus, Homophobie oder Transphobie. Diese Ideologien verschränken sich regelmäßig mit Antisemitismus. Der Hass der Hamas richtet sich gegen individuelle Freiheit, sexuelle Selbstbestimmung, Gleichberechtigung der Geschlechter und den Wunsch und das Streben nach Emanzipation und Glück der Einzelnen. Dieser Hass drückt sich in der Ermordung von Jüdinnen:Juden ebenso aus wie in der Ermordung von emanzipierten Frauen und LGBTIQ – sie stehen für diese verhassten Ideale von Freiheit und Glück. Im Antisemitismus, Antifeminismus und Homophobie wird der Wunsch nach Freiheit und Emanzipation selbst ausgerottet. Intersektionale Ideologiekritik macht dies deutlich.

Ich denke, dass eine solche intersektionale Ideologiekritik als Ausgangspunkt einer feministischen kritischen Theorie dienen kann, die patriarchal-islamistische Geschlechterverhältnisse nicht kulturrelativistisch idealisiert und weder den Antisemitismus der Hamas noch das Grauen, das Palästinenserinnen und Palästinenser durchleben, ignoriert. Wir brauchen eine feministische kritische Theorie, die wirklich intersektional ist, damit Antirassismus, Antisexismus und der Kampf gegen Antisemitismus nicht mehr gegeneinander ausgespielt werden. Das wäre ein wichtiges Signal sowohl für die israelischen Opfer des Hamas-Terrors als auch für die Palästinenser:innen, die frei vom islamistischen Terror der Hamas leben wollen.

Diesen Fragen widmen wir uns bei der diesjährigen Tagung des Arbeitskreises Antisemitismus in der DGS am 21. September 2024 in Kooperation mit dem Centrum für Antisemitismus- und Rassismusstudien der Katholischen Hochschule NRW in Aachen.[11]

[1] Exemplarisch seien hier genannt: Palestinian Feminist Collective https://actionnetwork.org/user_files/user_files/000/098/772/original/All_Out_Palestine_Toolkit_3.0.pdf?fbclid=IwAR3e-fON7vRJz560yXzlL-G86FGNsfl8vto1cK4OlvuxNZ- DBS3ZY8_pYE0; Statement by the AG Intersectional Anti-Discrimination UdK Berlin: https://synthmeetfilms.wixsite.com/udkpsg; „Open Letter to the Israeli and U.S. Governments and others weaponizing the issue of rape“ https://stopmanipulatingsexualassault.org [15.7.2024]

[2] Marz, Ulrike (2023): Wut auf Differenz. Kritische Theorie und die Kritik des Rassismus. Bielefeld: transcript Verlag.

[3] Stögner, Karin (2017): „Intersektionalität von Ideologien“ – Antisemitismus, Sexismus und das Verhältnis von Gesellschaft und Natur. In: Psychologie & Gesellschaftskritik, 41 (2), S. 25-45.

[4] Adorno, Theodor W., Frenkel-Brunswik, Else et al. (2019). The Authoritarian Personality. London/New York: Verso.

[5] The Combahee River Collective Statement (1978) https://www.blackpast.org/african-american-history/combahee-river-collective-statement-1977/ (15.07.2024).

[6] Stögner, Karin (2014): Antisemitismus und Sexismus. Historisch-gesellschaftliche Konstellationen. Baden-Baden: Nomos.

[7] Horkheimer, Max, Adorno, Theodor W. (1997): Elemente des Antisemitismus. In: Dies.: Dialektik der Aufklärung. Philosophische Fragmente. Frankfurt a.M.: Suhrkamp, S. 192-234.

[8] Mernissi, Fatima (1987): Geschlecht, Ideologie, Islam. München: Frauenbuchverlag.

[9] Maani, Sama (2024): “What Israelis should know about Iranians”. Die iranische Gesellschaft und der Antisemitismus des Regimes. In: Vojin Saša Vukadinović (Hg.): Siebter Oktober Dreiundzwanzig. Berlin: Querverlag, S. 111-119, S. 116.

[10] Hamas Covenant (1988): The Covenant of the Islamic Resistance Movement, 18.08.1988, https://avalon.law.yale.edu/20th_century/hamas.asp (15.07.2024).

[11] https://katho-nrw.de/fileadmin/media/foschung_transfer/forschungsinstitute/CARS/Programm_SoAK_2024_E04.pdf

Kriege, Kriegsgesellschaft, Zeitenwende

Beitrag 8: Der Erste Weltkrieg als paradigmatischer Fall kriegsgesellschaftlicher Transformation (II)

 Wie kann man die aktuelle Lage, die durch Kriege und Kriegsbedrohungen gekennzeichnet ist, soziologietheoretisch erfassen? Gängige soziologische Großtheorien konzipieren moderne Gesellschaft als zivile, also friedensbasierte Gesellschaft und blenden Kriege weitgehend aus.

Die hier vertretene Kriegsgesellschaftstheorie fokussiert hingegen, welche gesellschaftsstrukturellen Dynamiken moderne Kriege entfalten (können). Es geht also nicht um die Ursache, sondern um die Wirkung von Kriegen. Die Kriegsgesellschaftstheorie ist unterkomplex angelegt und versteht sich als heuristischer Rahmen für eine historisch-soziologische, gleichermaßen theoretische wie historische Analyse.

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Corona und die Soziologendämmerung: ein Blick aus dem Niemandsland der Wissensintegration

  1. Einführung – Wissenschaft, Politik und öffentliche Meinung

Das Leitmedium „Die Welt“, das zum Corona-Management auch kritische Berichte brachte und auch weiterhin bringt, hat kürzlich von der Grazer Initiative von Klaus Kraemer zur Aufarbeitung der Rolle der deutschsprachigen Soziologie mit Heinz Bude und Alexander Bogner berichtet[1],[2]. Das ist ein bemerkenswertes Mediensignal, dem eine breite Wirkung zu wünschen ist. Das kommentiere ich nun aus der Sicht eines ausgebildeten Soziologen und Managementpraktikers und ehemals praktischen und nun systemtheoretisierenden Mediziners. Es ist ein Blick aus dem institutionellen Niemandsland.

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Kriege, Kriegsgesellschaft, Zeitenwende

Beitrag 7: Der Erste Weltkrieg als paradigmatischer Fall kriegsgesellschaftlicher Transformation (I) – Mobilisierungswettlauf

 Im Beitrag 6 wurden sieben kriegsgesellschaftstheoretische Basistheoreme vorgestellt, welche die Dynamik der kriegsgesellschaftlichen Transformation beschreiben: Krieg als Mobilisierungswettlauf, Mobilisierungswettlauf als Triebkraft der kriegsgesellschaftlichen Transformation, Zentrale Steuerung, Tendenziell diktatorische Spitze, Patriotische Vergemeinschaftung, Kriegsgesellschaftliches Dilemma, Zivilgesellschaftliche Transformation.

Wir müssen zur Analyse der aktuellen Situation unterscheiden erstens zwischen Kriegsgesellschaft und Zivilgesellschaft und zweitens zwischen „reiner“ Zivilgesellschaft ohne Kriegsbeteiligung und äußere Bedrohung und einer Zivilgesellschaft im Krieg mit (indirekter) Kriegsbeteiligung und äußerer Bedrohung. Meine Grundthese ist, dass sich die deutsche Gesellschaft und Politik nach wie vor weitgehend im Modus einer „reinen“ Zivilgesellschaft bewegen. Damit gefährden sie, wie andere westliche Staaten auch, das Überleben der Ukraine im russischen Angriffskrieg. Nach einer Niederlage der Ukraine könnte Russland NATO-Staaten, z. B. die baltischen Länder angreifen, und dann wäre Deutschland wie andere NATO-Staaten zu militärischem Beistand verpflichtet, wäre also Kriegspartei mit eigenen Streitkräften.

Um dem vorzubeugen, müsste die Bundesrepublik Deutschland von einer „reinen“ Zivilgesellschaft zu einer Zivilgesellschaft im Krieg werden. Eine Zivilgesellschaft im Krieg unterstützt eine Kriegsgesellschaft. Anders gesagt: Die Zivilgesellschaft im Krieg steht in einer symbiotischen Beziehung mit der unterstützten Kriegsgesellschaft. Um die Beziehung zwischen beiden zu verstehen, befassen wir uns zunächst historisch mit den Kriegsgesellschaften des Ersten Weltkriegs.

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Rassismus- und Antisemitismuskritik in den aktuellen Gewaltverhältnissen

Eine Erinnerung an gesellschaftskritische Grundüberzeugungen kann derzeit helfen, sich den Bekenntniszwängen zu widersetzen, die eine „Positionierung“ im Verhältnis zu Israel angesichts der Gewalteskalation im Gaza-Krieg fordern und den diesem zugrunde liegenden Konflikt mit einem binären Schema vereinfachen. Wie könnte es möglich werden, komplexer zu denken und den eigenen historisch-gesellschaftlichen Kontext zu berücksichtigen?

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Krieg, Kriegsgesellschaft, Zeitenwende

Beitrag 6: Basistheoreme der Kriegsgesellschaftstheorie

Kriegsgesellschaftstheorie im hier verstandenen Sinn befasst sich mit durch Kriege ausgelöste Transformationen gesellschaftlicher Strukturen. Es geht also nicht um Ursachen, sondern um gesellschaftliche Wirkungen von Kriegen. Doch längst nicht jeder Krieg führt zu einer gesellschaftlichen Transformation. Ich habe im Beitrag 5 folgende Typen der gesellschaftstransformativen Kraft von Kriegen unterschieden: Kriegsgesellschaft (als Ergebnis kriegsbedingter gesellschaftlicher Transformation),  antizipative Kriegsgesellschaft (ohne manifesten Krieg in Erwartung eines großen, tendenziell totalen Krieges), Kriegführende Zivilgesellschaft (ohne gesellschaftliche Transformation), Zivilgesellschaft im Krieg (Kriegsbeteiligung ohne eigene Streitkräfte, gleichbleibende Basisstrukturen wie Markt und Demokratie bei verändertem institutionellem Arrangement), reine Zivilgesellschaft (ohne Kriegsbeteiligung und Kriegsbedrohung). Ich möchte in diesem Beitrag sieben Basistheoreme der Kriegsgesellschaftstheorie kurz skizzieren.

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Für eine ernsthafte Verwissenschaftlichung der Debatte

Es ist mit allem Nachdruck zu begrüßen, dass die DGS auszuloten beginnt, welche Perspektiven die Soziologie zur aktuellen Debatte um den Gaza-Krieg und den darauf bezogenen Protesten, zu dem terroristischen Angriff der Hamas auf Israel und zu den damit zusammenhängenden Deutungsfragen um Antisemitismus, Rassismus usw. beitragen kann. Angesichts antagonistisch strukturierter Debatten ist jede wissenschaftliche Differenzierung und jedes Gegen-den-Strich-Lesen der Debatten durch verschiedene (sub-)disziplinäre Perspektiven ein Gewinn. Der Eröffnungstext von Jürgen Daub ist nicht im engeren Sinne ein Beitrag zur angestrebten Soziologisierung, gleichwohl verdeutlicht er (analytisch wie performativ) einige der Probleme der aktuellen Thematisierungsstrategien im diskursiven Feld Nahostkonflikt/Israel/Palästina/Judentum/Antisemitismus/Rassismus usw.

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Ideologische Verirrungen. Zu den „propalästinensischen Protesten“ an deutschen Universitäten

„Der terroristische Überfall der Hamas auf israelische Zivilisten am 7. Oktober 2023, die andauernde Entführung vieler Israelis und der sich daran anschließende Krieg im Gazastreifen mit unzähligen zivilen Opfern ist auch in der deutschen Wissenschaft ein viel diskutiertes und umkämpftes Thema. Die Kontroverse um die jüngsten Protestcamps und Besetzungen von Universitätsräumen, bei denen leider auch immer wieder antisemitische Schmähungen skandiert werden, hat auch die Deutsche Gesellschaft für Soziologie zu einer Stellungnahme, vor allem zur Berichterstattung über die Proteste, veranlasst. Diese hat unter den Verbandsmitgliedern viel Zustimmung, aber auch Kritik hervorgerufen. Wir wollen diesen Stimmen auf dem SozBlog Raum geben.“

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Krieg, Kriegsgesellschaft, Zeitenwende

Beitrag 5: Wann führen Kriege zu einer gesellschaftlichen Transformation, und wann nicht?

Im Beitrag 4 wurde Herbert Spencers Theorie des „Militant Type of Society“ vorgestellt. Demnach führen Kriege zu einer gesellschaftlichen Transformation. Triebkraft derselben ist der Mobilisierungswettlauf. Denkt man sich zwei gleiche Gesellschaften im Krieg, dann gewinnt die Gesellschaft, die mehr Soldaten und Arbeitskräfte, aber auch Motivation und Loyalität gegenüber dem Staat motiviert. Eine Mobilisierung kann effektiv nur zentral gesteuert werden. Zur Durchsetzung zentraler Steuerung bedarf es eines starken Staates mit einer tendenziell diktatorischen Spitze. Es gewinnt die Partei, die am längsten den Mobilisierungswettlauf durchhält. Das ist der Kern eine Kriegsgesellschaftstheorie nach Herbert Spencer.

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Soziologie und aktuelle Kriege

Die Gesellschaft der Bundesrepublik Deutschland in der „Zeitenwende“

Beitrag 4: Über Kriegsgesellschaftstheorie (I)

Im vorangegangenen Beitrag wurde vorgeschlagen, die „Zeitenwende“ als eine kleine Transformation von einer „reinen“ Zivilgesellschaft, ohne äußere Bedrohung oder nationale Kriegsbeteiligung, zu einer „Zivilgesellschaft im Krieg“ zu verstehen. Letztere unterstützt eine Kriegsgesellschaft z. B.  mit Waffenlieferungen, ohne sich mit eigenen Streitkräften am Krieg zu beteiligen. Zentral ist der Begriff der „Kriegsgesellschaft“, aus dem sich der Begriff der „Zivilgesellschaft im Krieg“ ergibt. Fundamental dafür ist die Theorie von Herbert Spencer.

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Die Gesellschaft der Bundesrepublik Deutschland in der „Zeitenwende“

Beitrag 3: Deutschland in der „Zeitenwende“: Von der reinen Zivilgesellschaft zur Zivilgesellschaft im Krieg

Zu Beginn des Angriffskriegs von Russland gegen die Ukraine hat die Politik rasch dessen epochale Bedeutung erfasst. Die Außenministerin erklärte schon am ersten Kriegstag: „Wir sind heute in einer anderen Welt aufgewacht“. Wenige Tage später prägte der Bundeskanzler den Begriff der „Zeitenwende“. Wenn wir es nun mit einer „anderen Welt“ und einer „Zeitenwende“ zu tun haben – in welcher Gesellschaft leben wir jetzt eigentlich?

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Die Gesellschaft der Bundesrepublik Deutschland in der „Zeitenwende“

Beitrag 2: Die neoimperiale Politik Russlands als sicherheitspolitische Herausforderung für die Bundesrepublik Deutschland

Abstract

Große, langdauernde, tendenziell totale Kriege nach Art der beiden Weltkriege des 20. Jahrhunderts führen zu einer gesellschaftlichen Transformation, insbesondere zu einer Marginalisierung der Basisstrukturen Markt und Parlamentarische Demokratie zugunsten zentraler Steuerung und einer tendenziell diktatorischen Spitze. Das Ergebnis dieser Transformation nenne ich Kriegsgesellschaft. Als Gegenstück dazu kann die reine Zivilgesellschaft gelten, ohne Kriegsbeteiligung, ohne (wahrgenommene) äußere Bedrohung, „von Freunden umzingelt“ (Ex-Verteidigungsminister Volker Rühe). Diesem Typus entsprach die deutsche Gesellschaft seit den 1990er Jahren bis zum 24. 02. 2022. Angesichts der nunmehr wahrgenommenen Bedrohung durch die neoimperialen Politik Russlands entwickelt sich die deutsche Gesellschaft in Richtung eines dritten Typus, der Zivilgesellschaft im Krieg. Als sanktionierende Macht gegenüber dem Aggressor, als unterstützende Macht der angegriffenen Ukraine ist sie von den gesellschaftsverändernden Imperativen großer Kriege betroffen, aber eher in einem miniaturhaften Format. Das Ergebnis ist keine fundamentale gesellschaftliche Transformation, wohl aber ein erheblicher Wandel in Gesellschaft und Politik. „Zeitenwende“ bedeutet gesellschaftstheoretisch: Wandel von einer reinen Zivilgesellschaft zu einer Zivilgesellschaft im Krieg.

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Soziologie und aktuelle Kriege

Beitrag 1: Die Gesellschaft der Bundesrepublik Deutschland in der „Zeitenwende“

Abstract

Große, langdauernde, tendenziell totale Kriege nach Art der beiden Weltkriege des 20. Jahrhunderts führen zu einer gesellschaftlichen Transformation, insbesondere zu einer Marginalisierung der Basisstrukturen Markt und Parlamentarische Demokratie zugunsten zentraler Steuerung und einer tendenziell diktatorischen Spitze. Das Ergebnis dieser Transformation nenne ich Kriegsgesellschaft. Als Gegenstück dazu kann die reine Zivilgesellschaft gelten, ohne Kriegsbeteiligung, ohne (wahrgenommene) äußere Bedrohung, „von Freunden umzingelt“ (Ex-Verteidigungsminister Volker Rühe). Diesem Typus entsprach die deutsche Gesellschaft seit den 1990er Jahren bis zum 24. 02. 2022. Angesichts der nunmehr wahrgenommenen Bedrohung durch die neoimperialen Politik Russlands könnte sich die deutsche Gesellschaft in Richtung eines dritten Typus entwickeln, der Zivilgesellschaft im Krieg. Als sanktionierende Macht gegenüber dem Aggressor, als unterstützende Macht der angegriffenen Ukraine ist sie von den gesellschaftsverändernden Imperativen großer Kriege betroffen, aber eher in einem miniaturhaften Format. Das Ergebnis ist keine fundamentale gesellschaftliche Transformation, wohl aber ein erheblicher Wandel in Gesellschaft und Politik. „Zeitenwende“ bedeutet (kriegs)gesellschaftstheoretisch: Wandel von einer reinen Zivilgesellschaft zu einer Zivilgesellschaft im Krieg.

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Soziologische Umfrageforschung als Mittel der Legitimierung des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine

Der Beginn des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine am 24. Februar 2022 hat das Leben der Menschen in Europa grundlegend verändert. Für viele hat sich Krieg als ein Teil ihrer Realität unmittelbar realisiert, den sie vorher nur aus dem Fernsehen kannten, auf jeden Fall aber immer weit weg erschien. Diesen Eindruck haben auch die Kriege im ehemaligen Jugoslawien und auf dem Balkan nicht wirklich erschüttern können. Doch plötzlich klopfte ein brutaler Angriffskrieg an Europas Tür. Weniger als 1000 km von der deutschen und weniger als 100km von der polnischen Grenze entfernt, in der Stadt Lwiw im westlichen Teil der Ukraine sind seit März 2022 immer wieder russische Raketen mit tödlichen Folgen eingeschlagen.

Immer wieder ist gefragt worden, warum wir es ‘hier bei uns in Europa‘ nicht vorhergesehen haben, warum man so wenig darauf vorbereitet war. Tatsächlich haben die meisten Experten in den ostwärts gewandten Regionalwissenschaften, in den Politikwissenschaften und in den Internationalen Beziehungen bis zuletzt nicht an das Übertreten der ‘roten Linie‘ durch Vladimir Putin geglaubt, selbst als nach wochenlangen, großangelegten Manövern im Grenzgebiet zur Ukraine die russische Armee in das seit 2014 von Separatisten besetzte, ukrainische Gebiet des Donbass eindrang.

Es wird auch intensiv diskutiert, inwiefern dieser Krieg über die Grenzen eines zwischenstaatlichen Konflikts zweier Länder hinausgeht und eigentlich ein Stellvertreterkrieg ist, der globale, kulturelle und sogar zivilisatorischen Konfliktlinien repräsentiert. Dabei wird immer wieder die Frage gestellt, wie die russische Bevölkerung dazu steht, warum sie diese Katastrophe zulässt und den Machthabern im Kreml nicht Einhalt gebietet? Stimmen tatsächlich 70-80% der Russen dem Angriffskrieg zu und legitimieren Vladimir Putin als Präsident und obersten Befehlshaber?

Meinungsumfragen als politisches Machtinstrument

Um sich diesem Thema nähern zu können, ist man auf sozialwissenschaftliche Meinungsforschung angewiesen. Deren Arbeitsweise und Datenproduktion ist allerdings in Gesellschaften mit autoritären politischen Regimen höchst problematisch. Dabei geht es zwar auch um Aspekte wissenschaftlicher Freiheit, aber vielmehr darum, wie Sozialforschung vom politischen Regime zur Machtsicherung und Manipulation öffentlicher Meinung eingesetzt wird. Damit verbunden ist auch die Frage, wie sich denn Respondenten unter diesen Bedingungen in Befragungssituationen verhalten. Inwieweit können also Ergebnisse von Meinungsumfragen in Russland die tatsächliche Unterstützung des Regimes und des Krieges in der Bevölkerung abbilden?

Seid Vladimir Putins Aufstieg in die Kreml-Führung im Jahre 2000, der von einer anfänglichen hohen Zustimmungsrate (84% im Januar 2000) nach einer Periode der politischen Müdigkeit im Russland unter Boris Yeltsin getragen wurde, war der neue Präsident und die sich unter ihm entwickelnde politische Maschinerie auf Zustimmungswerte fixiert, während Soziolog:innen am ‘politischen Planungsprozess‘ teilnahmen. Ergebnisse von Meinungsumfragen in der Bevölkerung haben seitdem deutlichen Einfluss auf politische Entscheidungen. Für den politischen Philosophen Greg Yudin sind Meinungsumfragen im Putin-Russland also nicht reines window-dressing für ausländische Beobachter:innen, sondern sind integraler Bestandteil des politischen Regimes und seines Verhältnisses mit der Bevölkerung. Yudin argumentiert, dass sich Russland in einem ständigen Plebiszit befindet, der öffentliche Unterstützung für Vladimir Putin reproduziert. Ohne beständige politische Meinungen versteht demnach der Großteil der russischen Bevölkerung Meinungsumfragen als eine Art Zustimmungsspiel oder Loyalitätstest.

Die Produktion von ‘richtigen‘ Antworten

Aber welche Instrumente stellen die ‚richtigen‘ Resultate her, die den politischen Willen unterstützen und eine öffentliche, das politische Handeln legitimierende Meinung repräsentieren? Die zwei großen, staatsnahen Meinungsforschungsinstitute WTCIOM und FOM haben die Aufgabe übernommen, Zustimmung zur produzieren – wohlgemerkt, ohne offensichtliche Fälschungen. Vielmehr wird bestimmtes Antwortverhalten stimuliert, in dem man die ‘richtigen‘ Fragen stellt. So werden Studienteilnehmer:innen in der Fragestellung auf die richtige Antwort hingewiesen, zum Beispiel, durch die Klarstellung, welche Antwortoption denn mit dem Gesetz vereinbar oder moralisch-normativ legitimiert ist. Auch wird die Varianz der Antwortoptionen stark reduziert, so dass nur noch politisch wünschenswerte Möglichkeiten bleiben, z.B. werden verschiedene staatliche Medien bei der Mediennutzungsbefragung gelistet, aber keine unabhängigen Kanäle. Dazu passt, dass seit einigen Jahren offene Fragen aus den Interviewleitfäden verschwunden sind. Weiterhin spielt die Befragungssituation eine wichtige Rolle, denn stabile Zustimmungswerte für Putin und dem Fortgang des Krieges sind in Okkupationsgebieten zu beobachten, die abhängig von russischer humanitärer Hilfe sind. Ein eingesetztes Mittel ist auch immer wieder das Unterverschlusshalten von Umfrageergebnissen. Während der Kreml die staatsnahen Umfrageinstitute in dieser Hinsicht gut kontrolliert und ein bis zwei Drittel ihrer Ergebnisse gar nicht erst publiziert werden, gelingt das beim einzigen noch unabhängigen großen Umfrageinstitut Levada Center weniger. Allerdings ist es allen staatlichen Medien, also der absoluten Mehrheit, verboten, Levada-Daten in ihrer Berichterstattung zu benutzen.

Fluide und unterrepräsentierte Meinungen

Erfahrene Analysten mahnen noch aus anderen Gründen zur Vorsicht bei der Interpretation von Meinungsumfragen bezüglich der Unterstützung des Krieges. Kiril Rogov hat erst kürzlich auf Basis von Daten aus drei unterschiedlichen Studien russischer Umfrageinstitute argumentiert, dass Menschen, die dem Regime loyal gegenüberstehen und den Krieg unterstützen, unter den Respondenten überrepräsentiert sind. Dagegen geben Kritiker überproportional an, dass sie sich „ängstlich oder unwohl fühlen”, wenn sie über ihre Meinung reden. Hinzukommt, dass aufgrund von Gesetzen, die direkt nach dem Beginn des Krieges in Russland verabschiedet wurden und welche die Verunglimpfung der russischen Armee und Kritik an der „militärischen Operation“ (wozu auch die Benutzung des Wortes ‘Krieg‘ zählt) unter Strafe stellen, eine negative Antwort auf die Frage, ob man den russischen Militäreinsatz unterstützt, quasi einer Straftat gleichkommt. Direkte Opposition ist also kostspielig und in jeder Umfrage gibt es nur eine kleine Gruppe Teilnehmer:innen mit diesem Antwortverhalten (ca. 10%). Allerdings stellt die Gruppe der bedingungslosen Befürworter:innen auch nicht die Mehrheit. Je nachdem, welche Studie man liest, sind es 30-40%. Der Großteil der Befragten ist in der Regel unentschieden, hat Reservierungen oder möchte nicht antworten. In diesem Zusammenhang haben weitere russische Kolleg:innen auf Basis intensiver Interviewforschung im Land argumentiert, dass die Mehrheit der Russen eine sehr “fließende“ und unsichere Wahrnehmung vom Krieg gegen die Ukraine haben, in der sich viele Muster des Für und Wieder vermischen.

Diese Überlegungen demonstrieren eindrücklich, wie wichtig es ist, sozialwissenschaftliche Daten in der öffentlichen Diskussion zu kontextualisieren und in ihrer gesellschaftlichen Konstruiertheit zu klären. Dies gilt insbesondere, wenn diese Daten sowohl die politisch einflussreiche öffentliche Meinung in anderen Ländern, als auch interkulturelle Beziehungen und Einstellungen beeinflussen.

Freude, Frust und Leiden(schaft): Fußball und die Soziologie der Emotionen

David gegen Goliath

Nach dem Einzug der marokkanischen Fußballer ins Halbfinale der WM gingen Bilder von feiernden Fans um die Welt – Fans in Marokko, anderen arabischen Ländern, aber auch in vielen europäischen Großstädten. Dass erstmals ein afrikanisches Team unter die besten vier Mannschaften kommt und sich gegen spielstarke Gegner durchsetzen konnte, ist unerwartet und zählt sicher zu der größten sportlichen Überraschung des Turniers. Wenn David gegen Goliath gewinnt, löst das besonders starke Emotionen aus. Überraschende Erfolge werden intensiver erlebt als Siege, mit denen man fest gerechnet hat. Autokorsos und spontane öffentliche Feiern, nicht nur in Rabat und Casablanca, sondern auch in Paris, Brüssel, New York und anderen Städten, dokumentieren einen Ausbruch von Freude und Stolz unter den marokkanischen Fans, während die Anhänger der französischen „Equipe Tricolore“ wohl erst bei der Titelverteidigung ähnlich enthusiastisch reagieren würden. Was los wäre, sollten die „Löwen vom Atlas“ auch Frankreich schlagen, kann man sich kaum vorstellen.

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