SozBlog

Blog der Deutschen Gesellschaft für Soziologie (DGS)

Martina Franzen

  • Was heißt Systemrelevanz?

    Im politischen Diskurs hat sich in der Corona-Krise die Unterscheidung systemrelevanter/nicht-systemrelevanter Berufe hierzulande durchgesetzt. Im Zuge des Lockdowns wurde offensichtlich, welche Berufsgruppen und welche Institutionen unverzichtbar sind, um die Gesellschaft am Laufen zu halten. Im Fokus steht pandemiebedingt der gesamte Gesundheitssektor, von Gesundheitsämtern über Krankenhäuser hin zu stationären und mobilen Pflegediensten. Systemrelevant sind in diesem…

  • Diversitätsprobleme im Expertentum: Die Coronakrise als Kontrastmittel für Schieflagen im Wissenschaftssystem

    Führt man sich den Entstehungsprozess der Leopoldina-Stellungnahme vor Augen, den Heike Schmoll in der FAZ inzwischen erläutert hat, fragt man sich, weshalb man sich überhaupt die Mühe einer wissenschaftssoziologischen Analyse gemacht hat, wenn es von Seiten der Autorinnen nur heißt, sie waren selbst erstaunt, dass aus diesem kollaborativen Arbeitsauftrag „ein so vergleichsweise rationaler Text“ ad…

  • Exit-Strategien. Grenzen wissenschaftlicher Politikberatung

    Für heute [i] ist die politische Entscheidung angekündigt, ob der gesellschaftliche Shutdown noch über die bisher vorläufig festgesetzte Frist (19. April 2020) hinausgehen wird. Bundeskanzlerin Merkel wird sich mit den Ministerpräsidentinnen am Nachmittag in einer Videokonferenz über mögliche Lockerungen verständigen. Um die Politik in dieser schwierigen Entscheidung zu beraten, wurde durch den NRW-Ministerpräsidenten und Kanzlerkandidaten…

  • Medienkonflikte der Wissenschaft: Zur Wissenschaftskommunikation in Zeiten von Corona (Teil 1)

    Die Corona-Pandemie wird nicht nur als Paradefall für Wissenschaftskommunikation gehandelt, sondern sie gibt auch einen besonders interessanten Fall für die empirische Wissenschaftskommunikationsforschung ab [i] . Selten waren Wissenschaftlerinnen derart präsent in den Medien wie in der aktuellen Krisensituation. Besonders der Podcast von NDR-Info „Das Coranavirus-Update mit Christian Drosten“ hat sich zum Publikumsmagneten entwickelt. Gestartet Ende Februar…

  • Auf unbestimmte Zeit geschlossen. Stimmungsbilder aus dem Kiez

    Seit fünf Tagen gelten bundesweit neue Maßnahmen im Umgang mit dem Corona-Virus. Statt eine Ausgangssperre zu verhängen, haben sich Bund und Länder am Sonntag auf ein erweitertes Kontaktverbot verständigt. Geltungsdauer: mindestens zwei Wochen. Seither ist es nur noch erlaubt alleine bzw. höchstens mit einer Person (außerhalb der Familie) nach draußen zu gehen. #StayAtHome ist und…

  • Ausgangssperre – hin oder her?

    Es ist Samstag. Die Corona-Krise bestimmt immer stärker unser tägliches Leben. Seit meinem letzten Blogpost vor fünf Tagen hat sich die Zahl der Infizierten hierzulande von 5.813 auf 20.705, die Zahl der am Corona-Virus Verstorbenen von 13 auf 72 erhöht. Eine dramatische Entwicklung der Fallzahlen war vorherzusehen. Anfang letzter Woche wurden deshalb seitens der Bundesregierung…

  • Gesellschaft unter Spannung. Was kann die Soziologie zur Bewältigung der Corona-Krise beitragen?

    Jedes Gespräch, ob privat oder beruflich, ist momentan von einem einzigen Thema dominiert und das ist der individuelle und gesellschaftliche Umgang mit dem Corona-Virus. Der Ausbruch des Corona-Erregers wurde von der WHO inzwischen als Pandemie eingestuft, nach dem ersten Ausbruch in China sind inzwischen offenbar 148 Länder betroffen. Innerhalb der letzten Woche hat sich auch…

  • Das Medium 2.0 ist die Botschaft (2/2)

    Bloggen für oder gegen den Ruhm? Kann sich das Schreiben eines Blogs für eine Wissenschaftlerin lohnen? Aus reputationstaktischer Sicht sicher nicht. Dies ungeachtet dessen, dass in einigen Fächern der Ruf laut wird, ein „digital scholarship“ [i] auszubilden. Hier und anderswo ist es der begutachtete Fachartikel, der auf das Reputationskonto einzahlt. Alles andere, ob Sammelbandbeiträge, aufwändige…

  • Das Medium 2.0 ist die Botschaft (1/2)

    Das Schöne an Blogs ist, dass sie kommunikative Freiräume generieren. Weder Thema, Stil noch Zeichenlänge sind vorbestimmt. Ich kann also schreiben, was und wie ich es will in den kommenden zwei Monaten, in denen ich den SozBlog bespielen darf. Ich muss mich nicht mit rigiden Formatrichtlinien herumschlagen. Kein Verlag und keine Deadlines sitzen mir im…

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