Die Auswirkung der Corona-Krise auf berufliche Anerkennung und Compliance mit Anti-Corona-Maßnahmen

Berufliche Anerkennung und die Compliance mit Infektionsschutzmaßnahmen

Nach wie vor wütet Corona und die Frage, welche Faktoren die Befolgung von Infektionsschutzmaßnahmen zur Eindämmung der verheerenden Auswirkungen des Virus beeinflussen wird wichtiger denn je. Dieser Beitrag untersucht den Einfluss drei verschiedener Varianten sozialer Anerkennung – im Einzelnen am Arbeitsplatz, im Beruf sowie durch Anti-Corona-Maßnahmen der Politik – auf drei Indikatoren der Compliance mit Anti-Corona-Maßnahmen:  Die Akzeptanz von Infektionsschutzmaßnahmen am Arbeitsplatz, die Impfbereitschaft und die grundsätzlich wahrgenommene Legitimität der Corona-Politik. Dabei wird die These vertreten, dass alle drei Dimensionen sozialer Anerkennung über mehrere Kanäle auf die unterschiedlichen Aspekte von Compliance wirken, nämlich 1) durch die Stärkung von Selbstwirksamkeitsüberzeugungen, 2) durch eine Stärkung des kollektiven Verantwortungsbewusstseins und 3) vor allem durch eine Bestärkung des Institutionenvertrauens. Alle drei Mechanismen haben sich in der bisherigen Forschung als wesentliche Prädiktoren der Compliance mit Infektionsschutzmaßnahmen erwiesen.

Effekte der Anerkennung auf Corona−Compliance

Compliance mit Anti-Corona-Maßnahmen

Mittlerweile gibt es eine ganze Reihe von Studien, die untersuchen, welche Faktoren die Unterstützung von Anti-Corona-Maßnahmen beeinflussen (z.B. Office for national Statistics 2021: 2021, Amy Nivette et al. 2021, Hansen et al. 2021; Kleitman et al. 2021; Lazarus et al. 2021; Lindholt et al. 2021; Neumann-Böhme et al. 2020). Die Bandbreite der untersuchten Faktoren ist immens und lässt sich grosso modo in drei Gruppen basaler Wirkmechanismen einteilen: Erstens werden solche Wirkmechanismen genannt, die als Kontextbedingungen den Rahmen dafür abstecken, welches Maß an Compliance für bestimmte Personengruppen überhaupt möglich ist. So haben sogenannte „Basisarbeiter*innen“ mit viel Kundenkontakt etwa kaum die Möglichkeit auf Distanz mit anderen Menschen zu arbeiten. Aber auch psychologische Faktoren wie Selbstwirksamkeitsüberzeugungen oder Persönlichkeitsmerkmale gelten als „constraints“ für die Handlungsmöglichkeiten von Individuen (Lindholt et al. 2021). Eine zweite Gruppe bilden Faktoren, die das Eigeninteresse an einer Befolgung von Infektionsschutzmaßnahmen beeinflussen. Darunter fallen finanzielle Einbußen durch Maßnahmenbefolgung, wahrgenommene Infektionsrisiken und -folgen, Ängste und Sorgen hinsichtlich der Krankheit oder (ausbleibender) Maßnahmenbefolgung. Eine dritte Gruppe enthält Faktoren, die das Gefühl der Verantwortung von Individuen für ihre Mitmenschen („collective responsibility“, Lindholt et al. 2021) aktivieren.

Der Blick auf die Einflussstärke einzelner Faktoren zeigt, dass sich neben der wahrgenommenen Bedrohung (Hansen et al. 2021) durch das Corona-Virus insbesondere das soziale Vertrauen als starker und sehr robuster Prädiktor unterschiedlicher Varianten von Compliance erwiesen hat (Caplanova et al. 2021; Lindholt et al. 2021). Das dürfte vor allem dadurch begründet sein, dass Menschen mit einem hohen Grad an Institutionenvertrauen den Aussagen behördlicher und politischer Organisationen zur Gefahr des Virus wie auch zur Wirksamkeit der Maßnahmen mehr Glauben schenken. Darüber hinaus dürfte ein hohes Vertrauen in Institutionen auch ein Indikator für eine größere Verbundenheit mit der Gesellschaft sein. Das Vertrauen in Institutionen berührt damit das Eigeninteresse gleichermaßen wie das Gefühl einer Verantwortung für die Gemeinschaft.

Soziale Anerkennung und Corona-Compliance

Jüngere Schriften heben die hohe Bedeutung (ausbleibender) sozialer Anerkennung als Grund für gesellschaftliche (Des-)Integration hervor (Frazer und Honneth 2017). So macht Fukuyama (2019) in einer brillanten Analyse das Ausbleiben von Anerkennung für alle identitätspolitischen Kämpfe verantwortlich. Ausgehend von dieser in der konzeptuellen Literatur enormen Bedeutung sozialer Anerkennung für politisches Handeln untersuchte das vom BMAS geförderte Projekt „Corona-Krise und berufliche Anerkennung“, inwieweit Anerkennungsfragen auch für die Befolgung von Anti-Corona-Maßnahmen von Bedeutung sind. Dabei kommen fünf Mechanismen in Frage, über welche Anerkennung die Compliance mit Infektionsschutzmaßnahmen beeinflussen kann.

Erstens signalisiert Anerkennung, dass Menschen als gleichberechtigte Gruppenmitglieder oder gar als Gruppenmitglieder mit besonders hohem Status betrachtet werden. Damit ist Anerkennung eine Ressource, die die subjektive Wahrnehmung des sozialen Status erheblich verbessern kann. Die eigene (wahrgenommene) sozioökonomische Position ist wiederum ein Faktor, der die Compliance mit Anti-Corona-Maßnahmen beeinflusst.

Zweitens dürfte Anerkennung auch für die wahrgenommene Bedrohung durch Corona sowohl im Sinne der mit den Infektionsschutzmaßnahmen einhergehenden Restriktionen wie auch der Gefahr einer Erkrankung relevant sein. Wenn soziale Anerkennung den subjektiven sozioökonomischen Status verbessert, dann sollten negative (ökonomische) Konsequenzen der Befolgung von Corona-Maßnahmen weniger bedrohlich erscheinen, zudem signalisiert die Anerkennung der Anderen, dass sie die Schutzbedürfnisse der anerkannten Personen achten.

Drittens ist soziale Anerkennung ein wesentlicher Bestandteil für den Aufbau einer positiven sozialen Identität, die zur Steigerung des Selbstwertgefühls beiträgt. Ein gesundes Selbstwertgefühl wiederum ist wichtig für Selbstwirksamkeitsüberzeugungen, die sich als wichtiger Einflussfaktor auf die Compliance mit Schutzmaßnahmen gegen das Corona-Virus erwiesen haben.

Viertens dürften die Solidaritätshoffnungen, die eine durch Anerkennung signalisierte Eingebundenheit in eine Gruppe nach sich zieht, wiederum die empfundene Verpflichtung zur Solidarität stärken: Nur wer viel von einer Gruppe zu erwarten hat, hat auch viel zu verlieren, wenn er/sie die Solidaritätserwartungen der Anderen nicht erfüllt. So sollten sich gerade die hochgeschätzten Teammitarbeiter*innen verpflichtet fühlen, ihre Kolleg*innen zu schützen, während die gering geschätzten Mitarbeiter*innen vielleicht eher aus einer „Trotzhaltung“ heraus die Befolgung von Anti-Corona-Maßnahmen verweigern.

Fünftens schließlich signalisiert soziale Anerkennung die Benevolenz der Anerkennungsgeber, was heißt, dass Personen, die sich von anderen geachtet und wertgeschätzt fühlen, davon ausgehen dürfen, dass diese anderen ihnen wohlgesonnen sind. Da Benevolenz eine der hauptsächlichen Dimensionen von Vertrauenswürdigkeit darstellt ist zu erwarten, dass Menschen eher auf diejenigen Institutionen vertrauen, von denen sie sich respektiert fühlen.

Hypothesen

In den folgenden Analysen werden die Effekte der unterschiedlichen Dimensionen sozialer Anerkennung auf die drei verschiedenen Indikatoren für Corona-Compliance untersucht. Dabei werden zwei generelle Hypothesen verfolgt:

Erstens sollten signifikante Effekte der Anerkennung auf die verschiedenen Compliance-Aspekte zu finden sein. Es ist insbesondere zu erwarten, dass die persönlich erfahrene Anerkennung im direkten Arbeitsumfeld die Befolgung von Maßnahmen am Arbeitsplatz wahrscheinlicher macht. Die Anerkennung durch politische Maßnahmen sollte sich eher auf die empfundene Legitimität der Infektionsschutzmaßnahmen auswirken.

Zweitens erwarten wir, dass Anerkennungseffekte sukzessive durch Indikatoren der oben diskutierten fünf Mechanismen mediiert werden. Anerkennung wirkt sich deshalb auf Compliance aus, weil sie 1) den wahrgenommenen sozioökonomischen Status stärkt, 2) das wahrgenommene Risiko mindert, 3) das Selbstwertgefühl verbessert, 4) das kollektive Verantwortungsbewusstsein hebt und insbesondere 5) das Vertrauen in Institutionen stärkt.

Daten, Variablen, Analysestrategie

Die nachfolgenden Analysen beruhen auf zwei Erhebungen, die vom 11.02.2021 bis 01.03.2021 und vom 24.03.2021 bis 31.03.2021 in Form zweier Online-Umfragen durchgeführt wurden. Der Datensatz ist repräsentativ für die bundesdeutsche Erwerbsbevölkerung. Designgewichte berücksichtigen das Übersampeln der ostdeutschen Bevölkerung und der Selbstständigen. Im Analysesample sind 1598 Beobachtungen enthalten.

Die abhängigen Variablen erfassen drei unterschiedliche Aspekte der Corona-Compliance: 1) Die Befolgung von Anti-Corona-Maßnahmen am Arbeitsplatz, 2) die Bereitschaft, sich impfen zu lassen, und 3) die empfundene Legitimität von Einschränkungen im Alltag.

Die zentralen unabhängigen Variablen reflektieren soziale Anerkennung auf drei Ebenen: 1) „Anerkennung_Job“ erfasst die Anerkennung der Befragten in ihrem direkten Arbeitsumfeld. 2) „Anerkennung_Beruf“ misst die empfundene Anerkennung der Befragten als Mitglieder eines bestimmten Berufes. 3) „Anerkennung_Politik“ spiegelt die Anerkennung der Berufe durch politische Maßnahmen während der zweiten Phase allgemeiner Einschränkungen des öffentlichen Lebens im Winter 2020/2021 wider: Niedrige Werte drücken hier aus, dass man sich als Angehörige/r seiner Berufsgruppe durch diese Maßnahmen übergangen fühlt. Alle Anerkennungsvariablen wurden, wie die meisten anderen Variablen auch, mittels multipler Indikatoren gebildet, die faktoranalytisch zusammengefasst wurden.

Um die oben genannten Hypothesen zu prüfen, werden sechs Regressionsmodelle berechnet. Das erste umfasst nur den „Bruttoeffekt“ der Anerkennung, also die Gesamtwirkung der einzelnen Anerkennungsvariablen auf die Indikatoren für Corona-Compliance. Dann werden schrittweise weitere Variablenblöcke in die Regressionsgleichungen aufgenommen. Modell 2 und 3 nehmen zunächst Kontrollvariablen für sozioökonomische Charakteristika sowie wahrgenommene Risiken und Belastungen durch Corona auf. Model 4, 5 und 6 beinhalten Indikatoren für die restlichen diskutierten Mechanismen: Selbstwirksamkeit (M4), kollektives Verantwortungsbewusstsein (M5) und das soziale Vertrauen (M6). Entsprechend der Hypothesen dürften diese Indikatoren die Einflüsse sozialer Anerkennung auf Corona-Compliance mediieren. Im Einzelnen umfassen die genannten Variablenblöcke folgende Indikatoren:

Sozioökonomische Charakteristika: Diese sollen vor allem kontextuelle Restriktionen erfassen und dienen damit als Kontrollvariablen. Dieser Block umfasst Alter, Geschlecht, Migrationshintergrund, Wohnort in den östlichen Bundesländern, die berufliche Stellung, den höchsten Bildungsabschluss, die Branche, eine durch Corona verursachte Einkommensveränderung, die Beschäftigungsdauer, die Unternehmensgröße, die Systemrelevanz des Berufes (Burstedde et al. 2020), die Befristung der Beschäftigung, einen Teilzeitstatus der Beschäftigung, Arbeitszeitveränderungen durch Corona, Arbeit im Homeoffice und die Zunahme der Arbeit im Homeoffice durch Corona.

Wahrgenommene Risiken und Belastungen durch das Corona-Virus und/oder die Anti-Corona-Maßnahmen: Diese Variablen kontrollieren das – hier weniger im Fokus stehende – Eigeninteresse der Befragten an den Corona-Maßnahmen. Der Variablenblock enthält Indikatoren für den Status als Risikogruppe für eine Corona-Infektion, eine schon erlittene Infektion, empfundene Risiken am Arbeitsplatz, Kontakthäufigkeiten am Arbeitsplatz, die subjektiv wahrgenommene Bedrohung durch Corona, die empfundenen persönlichen Belastungen und empfundene Belastungen am Arbeitsplatz durch Corona.

Selbstwirksamkeitsüberzeugungen:  Dieser Block enthält einen Faktor, der Orientierungsanomie misst, und einen, der die interne politische Selbstwirksamkeit erfasst.

Kollektives Verantwortungsbewusstsein: Dieser Variablenblock soll erfassen, wie stark sich die Individuen in einen umgreifenden sozialen Kontext eingebunden fühlen, woraus eine Verpflichtung zu solidarischem Handeln erwachsen kann. Diese Gruppe enthält Indikatoren zur Bewertung der Wichtigkeit von sozialem Zusammenhalt sowie vier Dimensionen einer Individualismus-Kollektivismus-Skala.

Institutionenvertrauen: Diese Variable betrachten wir als besonders wichtig, da Institutionenvertrauen einerseits ein bekannter und starker Prädiktor für die Corona-Compliance ist und zudem stark von sozialer Anerkennung beeinflusst werden dürfte.

Ergebnisse

In der Graphik sind die Effekte der Anerkennungsvariablen auf die unterschiedlichen Aspekte der Compliance dargestellt, wobei schrittweise die oben dargestellten Indikatoren für die Mediationshypothesen in die Analyse aufgenommen werden. Dabei zeigen sich folgende Befunde:

  1. Fast alle Anerkennungsvariablen haben auf den Compliance-Dimensionen signifikante und teils recht große Brutto-Effekte (Model 1). Wie erwartet hat die Anerkennung am Arbeitsplatz den stärksten Effekt auf die Compliance am Arbeitsplatz und die wahrgenommene Anerkennung durch die Politik den stärksten Effekt auf die empfundene Legitimität der politischen Maßnahmen. Die wahrgenommene Anerkennung der Politik wirkt sich überdies am deutlichsten auf die Impfbereitschaft aus. Fast alle Effekte bleiben auch nach Kontrolle der demographischen und sozio-ökonomischen Merkmale der Befragten signifikant (Model 2). Die Effekte der beruflichen Anerkennung auf die Impfbereitschaft werden durch Kontrollen der sozio-ökonomischen Position insignifikant.
  2. Wie erwartet werden die Effekte der Anerkennung durch die Integration der weiteren Variablenblöcke sukzessive mediiert. Dabei fallen folgende Sachverhalte besonders auf:
    1. Für die Compliance am Arbeitsplatz ist die Anerkennung durch die Politik nur insoweit relevant, als diese die Bedrohungseinschätzung durch Corona beeinflusst (Model 3). Die unmittelbare Anerkennung im Arbeitsumfeld (Job) bleibt auch nach allen Kontrollen signifikant. Zwar wird ihr Effekt insbesondere durch die kollektive Verantwortung mediiert (Model 5), woraus sich folgern lässt, dass Anerkennung am Arbeitsplatz wichtig ist, weil sie Verantwortung für Andere stärkt. Aber darüber hinaus erhöht die Anerkennung durch Kolleg*innen, Vorgesetzte und Kund*innen auch direkt die Bereitschaft, sich an am Arbeitsplatz implementierte Schutzmaßnahmen zu halten.
    2. Für die Impfbereitschaft ist insbesondere die Anerkennung durch die Politik von hoher Bedeutung – und zwar vor Allem, weil sie das Institutionenvertrauen stärkt (Model 6). Zwar wird der Einfluss der politischen Anerkennung auch durch Effekte der anderen Mechanismen abgeschwächt (Model 2-5). Aber erst nach Kontrolle des Institutionenvertrauens verliert der Effekt der politischen Anerkennung seine Signifikanz.
    3. Ein ähnliches Muster der Effektveränderungen durch Hinzunahme von Kontrollindikatoren findet sich für die Beurteilung der Legitimität der Corona-Maßnahmen. Überraschenderweise ist hier neben der politischen und beruflichen Anerkennung auch die Anerkennung am Arbeitsplatz von Bedeutung. Für alle drei Anerkennungsvariablen ist insbesondere das Institutionenvertrauen ein bedeutsamer Mediator (Model 6).
    4. Generell reduziert für alle Compliance-Indikatoren der Einschluss des Institutionenvertrauens nach Kontrolle aller anderen Variablen nochmals die Effekte der Anerkennungsvariablen (Model 6). Dieser Befund deutet auf eine enge Assoziation zwischen Anerkennung, Institutionenvertrauen und Compliance hin.

Zusammenfassend lassen sich aus den Ergebnissen zwei Schlussfolgerungen ziehen: Erstens zeigt sich, dass neben Eigeninteressen eine Orientierung am „Gemeinwohl“, wie sie sich hier insbesondere in den Indikatoren des sozialen Vertrauens niederschlägt, äußerst wichtig ist. Das lässt sich auch aus den hier nicht dargestellten Effekten dieser Variablen auf die Compliance-Indikatoren ablesen. Es erscheint also durchaus angebracht, in der momentan virulent geführten öffentlichen Diskussion um die soziale Verantwortung, die mit der Befolgung von Anti-Corona-Maßnahmen verbunden ist, eine entsprechend Perspektive auf die zentrale Rolle einer Gemeinwohlorientierung und kollektiver Verantwortung zu stärken. Zweitens weisen die Ergebnisse deutlich aus, dass soziale Anerkennung die zur Eindämmung des Infektionsgeschehens notwendige Verantwortungsbereitschaft für andere stärkt, wobei die wahrgenommene Anerkennung durch politische Maßnahmen eine herausragende Rolle spielt. Dieser Zusammenhang sollte in der auf die Corona-Krise bezogenen politischen Kommunikation weitaus stärkere Beachtung finden.

Festzuhalten bleibt allerdings, dass die hier behaupteten Kausalzusammenhänge rein auf theoretischen Überlegungen basieren. Diese Studie ist, wie alle Querschnittsstudien, wenig geeignet, Kausalitätsannahmen statistisch abzusichern. Die Ergebnisse sind zu unseren Annahmen zwar konsistent. Ob die behaupteten Wirkungsrichtungen allerdings auch einer differenzierteren Mediationsanalyse standhalten, muss sich in weitergehenden Bearbeitungsschritten erst noch zeigen.

Literaturverzeichnis

Amy Nivette und Denis Ribeaud; Aja Murray; Annekatrin Steinhoff; Laura Bechtiger; Urs Hepp et al. (2021): Non-compliance with COVID-19-related public health measures among young adults in Switzerland: Insights from a longitudinal cohort study. In: Social science & medicine, Jg. 268.

Burstedde, A. und Seyda, S.; Malin, L.; Risius, P.; Jansen, A.; Flake, R. ;Werner, D. (2020): Versorgungsrelevante Berufe in der Corona-Krise: Fachkräftesituation und Fachkräftepotenziale in kritischen Infrastrukturen, KOFA-Studie, No. 1/2020, Institut der deutschen Wirtschaft (IW), Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung (KOFA), Köln.

Caplanova, A. und Sivak, R.; Szakadatova, E. et al. (2021): Institutional Trust and Compliance with Measures to Fight COVID-19. In: International Advances in Economic Research, Jg. 27, H. 1, S. 47–60.

Frazer, N. und Honneth, A. (2017): Umverteilung oder Anerkennung? Frankfurt a. M.: Suhrkamp.

Fukuyama, F. (2019): Identität. Hamburg: Hoffmann und Campe.

Hansen, A. C. und Farewell, C. V.; Jewell, J. S.; Leiferman, J. A. et al. (2021): Exploring Predictors of Social Distancing Compliance in the United States during the COVID-19 Pandemic. In: Disaster medicine and public health preparedness, S. 1–7, zuerst veröffentlicht: 8/9/2021.

Kleitman, S. und Fullerton, D. J.; Zhang, L. M.; Blanchard, M. D.; Lee, J.; Stankov, L. et al. (2021): To comply or not comply? A latent profile analysis of behaviours and attitudes during the COVID-19 pandemic. In: PLOS ONE, Jg. 16, H. 7, e0255268.

Lazarus, J. V. und Ratzan, S. C.; Palayew, A.; Gostin, L. O.; Larson, H. J.; Rabin, K. et al. (2021): A global survey of potential acceptance of a COVID-19 vaccine. In: Nature medicine, Jg. 27, H. 2, S. 225–228, zuerst veröffentlicht: 10/20/2020.

Lindholt, M. F. und Jørgensen, F.; Bor, A.; Petersen, M. B. et al. (2021): Public acceptance of COVID-19 vaccines: cross-national evidence on levels and individual-level predictors using observational data. In: BMJ open, Jg. 11, H. 6, e048172, zuerst veröffentlicht: 6/15/2021.

Neumann-Böhme, S. und Varghese, N. E.; Sabat, I.; Barros, P. P.; Brouwer, W.; van Exel, J. et al. (2020): Once we have it, will we use it? A European survey on willingness to be vaccinated against COVID-19. In: The European journal of health economics : HEPAC : health economics in prevention and care, Jg. 21, H. 7, S. 977–982.

Office for national Statistics (Hg.) (2021): Coronavirus and vaccine attitudes and behaviours in England. (Statistical bulletin).

Autor:innennotizen

Martin Groß, Dr., Professur für Makrosoziologie, Institut für Soziologie, Universität Tübingen; Arbeitsschwerpunkte: Soziale Identität und sozialer Zusammenhalt, soziale Ungleichheit, Einstellungsforschung

Axel Babst, M.A., Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Makrosoziologie, Institut für Soziologie, Universität Tübingen; Arbeitsschwerpunkte: populistische Einstellungen, soziale Anerkennung und soziale Identität, Dynamiken während der Corona-Pandemie

Volker Lang, Dr. Akademischer Rat am Lehrstuhl für Makrosoziologie, Institut für Soziologie, Universität Tübingen; Arbeitsschwerpunkte: Soziale Anerkennung und gesellschaftlicher Zusammenhalt, politische Einstellungen, Surveyexperimente; Weitere Informationen: vlresearch.de

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